Wir durchleben gerade eine Zeit der Krise, hervorgerufen durch den Corona-Virus. Das Bemühen, die Verbreitung dieser Krankheit zu verlangsamen, führt zu drastischen Maßnahmen, von denen wir alle ganz konkret betroffen sind.

 

Auch wir als Kirche unterstützen selbstverständlich dieses Bemühen und halten uns konsequent an die staatlichen Vorgaben. Aus diesem Grund wurden alle Gottesdienste und pfarrlichen Veranstaltungen bis auf weiteres ausgesetzt bzw. abgesagt. Das ist uns sicher nicht leichtgefallen, denn gerade in schwierigen Zeiten drängt es uns die Nähe Gottes zu suchen, indem wir uns zu gemeinsamen Gebeten und Gottesdiensten versammeln. Und doch ist dieser Verzicht notwendig, um die Pandemie so gut es geht, einzugrenzen.

Ich bin überzeugt: Krankheit ist keine Strafe Gottes, weder für Einzelne noch für ganze Gesellschaften oder gar für die ganze Menschheit. Krankheit gehört zum Menschen, der eben ein verwundbares, zerbrechliches Wesen ist. Sehr wohl aber können Krankheiten und Krisen den Glauben an die Weisheit und Güte Gottes, ja an ihn selbst erschüttern. Sie stellen uns vor Fragen, auf die wir keine einfachen Antworten haben. Die Botschaft der Bibel und der christliche Erlösungsglaube sagen uns aber zu: Gott ist ein Freund des Lebens. Er liebt uns Menschen und leidet mit uns.

 

Wir Menschen sind verwundbar und verletzlich. Das wird uns in diesen Tagen schmerzhaft bewusst. Deshalb ist es zutiefst menschlich, Verunsicherung und Angst zu spüren, wenn das gesellschaftliche Leben zum Stillstand kommt, der Kontakt zu Freunden drastisch eingeschränkt wird, alle Planungen von heute auf morgen durchkreuzt werden und wir nicht wissen, was in den nächsten Wochen sich ereignen wird. Der auferstandene Christus, den wir in einigen Tagen wieder feiern werden, ruft uns in solcher Bedrängnis zu: "Fürchtet euch nicht!"

 

Das soll uns ermutigen, angesichts der Not und der Angst nicht in Verzagtheit zu verharren, sondern Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen. Gott ist uns Menschen auch dann nahe, wenn wir nicht selbstsicher und souverän sind, sondern unsicher tastend, suchend und fragend.

 

All jenen, die unter den äußeren Umständen schwer zu leiden haben, wünsche ich in den kommenden Tagen und Wochen alle Kraft und die nötige Hilfe. Denen, die erkranken und an Krankheiten leiden, wünsche ich Linderung und, wenn möglich, baldige Genesung. Beten wir füreinander in diesen Zeiten der Verunsicherung!

 

Bleibt behütet an Leib und Seele! Gott segne Euch!

 

Pfr. Franz Angermayer

 

 

 

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